Vergussmörtel Verarbeitung
Grundlagen

Die zementgebundenen und quellfähigen PAGEL - VERGUSSMATERIALIEN werden bevorzugt im Kombinationsbereich des konstruktivern Ingenieurbaus zum Stahl-, Gleis- und Maschinenbau eingesetzt, um hohe im statische und dynamische Lasten sicher aufzunehmen und ableiten zu können.

Um die maximale Gebrauchtauglichkeit für den jeweiligen Anwendungsfall sicher erreichen zu können, sind einige grundlegende Anwendungskenntnisse und
-praktiken zu berücksichtigen, die in der nachfolgen Abhandlung zusammengefasst sind.

top

 

PAGEL-Verguss Zusammensetzung
 
Zement

Portlandzement nach DIN 1164 bzw. EN 197-1 CEM I 52,5 R

Zuschlag

Hochwertige Gesteinskörnungen mit verschiedenen ausgesuchten Kornfraktionen, gewaschen und heißluftgetrocknet gemaß DIN EN 12620:2003-04 und CE Konformität

Betonzusatzmittel

PAGEL NV – KONZENTRAT (BV),
EG – Konformität nach den Bestimmungen der EN 934-2:2001-07 und
CE – Kennzeichnung gemäß EN 934-2:2001:07
PAGEL NV – KONZENTRAT (BV), Registriernummer: 0432-BPR-220002630
Betonverflüssiger für Beton gem. EN 934-2:T2

Betonzusatzstoff

Mit „Allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung“ und Übereinstimmungs-zertifikat vom DIBt (Deutsches Institut für Bautechnik, Berlin)  
 

Flugasche:
Bauprodukt: Steinkohlenflugasche EFA – Füller KM/C Nach DIN EN 450 – Flugasche für Beton sowie Bauregelliste A Teil 1 (2000/1) Übereinstimmungszertifikat Reg.-Nr.: 31 8913-01

 

top
Prüf- und Zulassungsgrundlagen

Grundlage für die Prüfung, Überwachung und Fremdüberwachung der Vergussmaterialien bildet das Merkblatt für die Anwendung von werksgemischtem Vergussmörtel (Fassung September 1990, redaktionell überarbeitet 1996). Herausgegeben vom Arbeitskreis - Hauptausschuss, Betontechnologie des Deutschen Betonvereins e.V. Bonn bzw. vom Deutschen Beton und Bautechnikverein, Berlin.

Für der Anwendungsbereich Trinkwasser stehen für einige Produkte Zulassungsprüfzeugnisse nach den Empfehlungen der Arbeitsgruppe "Trinkwasserbelange" der Kunststoff - Kommission des Bundesgesundheitsamtes

- DVGW, Technische Regeln, Arbeitsblatt W270
- DVGW, Technische Regeln, Arbeitsblatt W347

auf Anfrage zur Verfügung

top
Anwendungsbereiche

- Untergießen von Maschinen
- Vergießen von Befestigungsbolzen
- Untergießen von Kranbahnschienen und Brückenlagern
- Vergießen von Stahleinbauteilen in Beton
- Vergießen von - Fugen zwischen Fertigteilen - Fugen zwischen Fertigteilen und Ortbeton
- Schließen von Öffnungen und Aussparungen in Beton
- Herstellung von Zugverankerungen
- Instandsetzungsverguss (nur mit Anschlussbewehrung)

Für den Anwendungsbereich der Herstellung nachträglicher Zugverankerungen können die Berechnungsverfahren der DIN 1045, insbesondere die Vergleichsspannungen der Tabelle 19 angewandt und zu Grunde gelegt werden, da Übereinstimmung zu den Forderungen der DIN 1045 besteht und spezielle Ankerzug - Eignungsprüfungen für die PAGEL - VERGUSSMATERIALIEN auf Anfrage vorgelegt werden können.

Der Berechnungsnachweis muss vom zuständigen Statiker anhand der Messergebnisse des jeweiligen Produktes nachgewiesen werden.

top
Maschinenverguss

Bei einem Maschinenverguss werden die Maschinenelemente entweder auf Nivellierspindeln, auf Fixatoren bzw. auf Futterblechen ausgerichtet. In jedem Fall sind die Maschinenelemente über Anker mit der Betonunterlage fixiert. Der
Unterguss der Maschine erfolgt erst, nachdem der Verankerungsverguss abgeschlossen und die in der Verankerung vorhandene Luft ausgetreten ist.
Keinesfalls darf der Verguss der Anker gleichzeitig mit dem Unterguss der Auflagerplatte durchgeführt werden, da hierbei die Luft eingeschlossen wird und nicht austreten kann.

top
Beispiel eines Untergusses mit Basisplatte und Zugankern
Zugverankerungen

Zugverankerungen müssen auf der Baustelle häufig dann hergestellt werden, wenn sich die Nutzung eines Bauwerkes neuen Erfordernissen anzupassen hat, oder in einem Produktionsbetrieb Produktionsumstellungen mit dem Aufbau neuer Produktionsanlagen verbunden ist.

Zur Verankerung neuer Maschinenanlagen hat sich das Herstellen von Kernbohrungen bewährt, da es sich hierbei um ein schonendes Herstellungsverfahren handelt, bei dem das Betongefüge im Umgebungsbereich der Kernbohrungen praktisch nicht gestört wird. Mit nassbohrenden Diamantbohrkronen kann in ausreichender Bohrgeschwindigkeit der erforderliche Durchmesser und die notwendige Tiefe hergestellt werden. Auch das Durchbohren vorhandener Bewehrung ist mit entsprechenden Bohrgeräten möglich.

top
Schema einer Zugstabverankerung

Bei Überschreitung der Beton - Verbundspannung bricht - als Vorankündigung des Bruchs - ein kreisförmiger Krater im oberen Bereich des Betons aus.

Da der Bohrkern in der Regel durch Verkanten abgebrochen wird und dadurch der Abbruch des Kerns nicht an der tiefsten Stelle erfolgt, sind beim Bohren einige zusätzliche cm zur Verankerungslänge zu bohren.
Der obere Verankerungsbereich muss rechnerisch von der wirkenden Verankerungslänge abgezogen werden
Im oberen Bereich der Bohrung müssen - in Abhängigkeit zum Durchmesser der Kernbohrung - jedoch mindestens 5 cm der Einstecktiefe von der Verankerungslänge abgezogen werden, weil im oberen Betonbereich die Spaltzugfestigkeit des umgebenden Betons im Vergleich zu größeren Einstecktiefen geringer ist.

Zur Berechnung der Verbundspannungen zwischen dem Vergussmaterial und dem Beton werden die Grundwerte der zulässigen Verbundspannung - entsprechend der vorhandenen vergleichenden Betondruckfestigkeit - der DIN 1045 entnommen

Tabelle 1:DIN 1045, Tabelle 19
Zulässige Grundwerte der Verbundspannung zul. t1 in N/mm2
v 1 2 3 4 5 6
v Verbund-
bereich
Zulässige Grundwerte der Verbundspannung zul. t1 in N/mm2 
für Festigkeitsklassen des Betons
v v B15 B25 B35 B45 B55
1 1 1,4 1,8 2,2 2,6 3,0
2 2 0,7 0,9 1,1 1,3 1,5
Instandsetzungs - Vergussmaßnahmen

Im Bereich der Betoninstandsetzung werden in fast allen westeuropäischen Staaten, mit Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland, Instandsetzungen mit Vergussmörteln durchgeführt.

In Deutschland ist dieser Bereich nach wie vor den PCC und SPCC - Mörteln vorbehalten.
Der Hintergrund dieser Vorschriften liegt einfach gesagt darin, dass für Instandsetzungen im konstruktiven Ingenieurbaubereich dem Instandsetzungsmörtel besondere Schutzfunktionen zugeordnet werden.

Der Ursprung der ZTV SIB liegt 20 Jahre zurück. Damals gab es keine Standardbaustoffe, die den Ansprüchen der ZTV - SIB entsprechen konnten.

Die wesentlichen Forderungen der ZTV - SIB können heute auch mit Vergussmaterialien erfüllt werden, da die modernen Vergussmaterialen mit ihren materialspezifischen Eigenschaften deutlich verbessert wurden.

Das Schwindverhalten wurde deutlich reduziert.
Mit den Produkten:

V1/50 PAGEL - VERGUSS und
V1/160 PAGEL - VERGUSS

werden Schwindmaße unter 1,0 o/oo erreicht, ist der Grenzwert der ZTV - SIB unterschritten.

Durch Zusatzstoffe und Additive werden die E - Module in den Bereich der ZTV - SIB - gesenkt, bei den v. g. PAGEL - Produkten zwischen B35 und B45, sodass auch aus der Betrachtung dieser Prüfwerten eine Betoninstandsetzung möglich ist.

top
Tabelle 2: Elastizitätsmodule für die verschiedenen Betonfestigkeitsklassen nach DIN 1045 (1988) Tabelle 11
v

1

2 3 4 5 6 7
1 Festigkeitsklasse des Betons B10 B15 B25 B35 B45 B55
2 Elastizitätsmodul Eb in N/mm2 22000 26000 30000 34000 37000 39000

Für die Betoninstandsetzung gelten die folgenden Voraussetzungen:

  • Die Qualität der Betonunterlage muss mindestens einem BII - Beton entsprechen, also mindestens einem Beton der vergleichenden Beton - Festigkeitsklasse B35
  • Für den Instandsetzungsverguss muss eine Anschlussbewehrung vorhanden sein bzw. hergestellt werden (gilt als Aufbeton nach DIN 1045)
  • Die Schichtdicke muss mindestens 50mm betragen (dann kann (muss)) diese Maßnahme auch unter den Zulassungsgrundlagen der ZTV - SIB betrachtet werden
  • Die Zusammensetzung des Vergussmaterials muss der DIN 1045 entsprechen (nur nach DIN 1045 zugelassene Ausgangsstoffe)
  • Es sind nur Vergussbetone zulässig (trifft auf V1/50 und V1/160 zu)
  • Die Produktion muss durch eine Eigen- sowie eine Fremdüberwachung abgesichert sein.

 

Typischer Instandsetzungsverguss an einem Balkongesimse mit V160 (B45). Grundsätzlich werden diese Arbeiten nur mit einer Anschlussbewehrung zur Balkonplatte sowie einem Bügelkorb für das Gesimse durchgeführt.
Vorbereitung der Betonunterlagen

Praktisch jeder Standard - Rezepturbeton setzt infolge seiner Zusammensetzung und Wasserzementwerte durch das Einbringverfahren an der Oberfläche Zementschlämme ab.

Da das Zugabewasser in der Betonrezeptur die geringste Dichte besitzt, steigt es an die Oberfläche und reichert sich dort mit den Zementanteilen des Betons an.

Dieser mit hohen Wasseranteilen angereicherte Zement besitzt nur geringe Druckfestigkeiten, geringe Zug- und Druckfestigkeiten.

Unvorbereitete Betonoberflächen besitzen i.d.R. eine Oberflächenzugfestigkeit unter 0,5 N/mm² und sind zur Aufnahme von hochfesten Mörtel (Vergussmörteln) nicht geeignet. Alle minder haftfähigen Oberflächenbestandteile sowie alle Verunreinigungen sind bis auf den "zugfesten" Kernbeton durch geeignete Maßnahmen zu entfernen.

Neben den herkömmlichen Verfahren wie

  • Strahlen mit festen Strahlmitteln
  • Fräsen
  • Kugelstrahlen
  • Stemmen und Stocken
  • Stößeln

können für definierte und kleine Oberflächenbereiche auch Handfräsgeräte eingesetzt werden.

Maßgebend ist, dass im Vergussbereich die minder haftfähigen Oberflächenschichten zu entfernen sind. Die Zuschlagskörnung muss freigelegt werden, damit eine Oberflächenzugfestigkeit erreicht wird, die der Zugfestigkeit des vorhandenen Betons entspricht (= 1,5 N/mm²) und der Vergussmörtel (Vorwässerung und Nachbehandlung beachten) sich kraftschlüssig mit der Betonunterlage verbinden kann.

top
Mindestanforderungen an die Betonunterlage

Mindestqualität: Vergleichende Betondruckfestigkeit = B25
Zementschlämmen: restlos entfernen, bis das Zuschlagskorn freigelegt ist
Haftzugfestigkeit: Mindestens 1,5 N/mm²
Risse: verfüllen, verpressen, tränken
Kapillare Saugfähigkeit: Vor dem Verguss ausreichend lange vorwässern

top
Produktauswahl
top
Produktauswahl anhand der Vergusshöhe
 
Produkt Produktart Körnung Vergusshöhe
V1/10 Standardverguss  0,1-1,0 5-30
V1/50 Standardverguss  0,1-5,0 20-100
V1/160 Standardverguss  0,1-16,0 > 100
V2/10 Schnellverguss 0,1-1,0 10-20
V2/40 Schnellverguss 0,1-4,0 20-60
V2/80 Schnellverguss 0,1-8,0 50-100
V2/160 Schnellverguss 0,1-16,0  >100
Produktauswahl anhand der Fließstrecke
 
Produkt  Produktart  Körnung  Vergusshöhe  händische
Verarbeitung
maschinelle
Verarbeitung
v v mm mm m m
V1/10 Standardverguss  0,1-1,0 5-30 4,00 > 30
V1/50 Standardverguss  0,1-5,0 20-100 4,00 > 20
V1/160 Standardverguss  0,1-16,0 > 100 2,00 > 10
V2/10 Schnellverguss 0,1-1,0 10-20 1,00 > 10
V2/40 Schnellverguss 0,1-4,0 20-60 1,00 > 10
V2/80 Schnellverguss 0,1-8,0 50-100 1,00 > 5
V2/160 Schnellverguss 0,1-16,0  >100 1,00 > 5

Die PAGEL - VERGUSSMATERIALIEN können unter ständiger Materialzufuhr sehr weit fließen. Wenn jedoch - durch händisches Anmischen bedingt - immer wieder Arbeitsunterbrechungen erfolgen, dass das Produkt immer wieder stockt, kann es ab einer bestimmten Masse vom nachgegossenen Produkt nicht mehr "angeschoben" werden.

Problematischer ist dann, dass sich durch ein Überfließen des nachgegossenen Produktes Schichten bilden (Schollen) was tunlichst vermieden werden sollte.

Die Fließfähigkeit des Produktes steht in direkter Abhängigkeit mit der Bereitstellung des gemischten Materials. Beim Einsatz von Monopumpen (Schneckenpumpen) und kontinuierlicher Materialnachführung wird das Vergussprodukt in ständiger Bewegung gehalten und kann darum sehr weit getrieben werden.

Als bestmögliche Maschine gilt die PABEC I und PABEC II Misch- und Förderpumpe, die mittlerweile mit einem Variogetriebe und kontinuierlicher Wassernachführung ausgestattet werden kann und vom Zementleim (E1F PAGEL - ANKER- UND INJEKTIONSLEIM) bis zum VERGUSSBETON (V1/160 PAGEL - VERGUSS) ein gleichmäßig gemischtes Ausgangsprodukt über einen längeren Zeitraum zur Verfügung stellen kann.

top
Produktauswahl für Zugverankerungen

Für die Herstellung nachträglicher Zugverankerungen werden für vertikale Verankerungen bevorzugt die PAGEL - VERGUSSMATERIALIEN eingesetzt, weil diese den Berechungsvorgaben der DIN 1045, Tab. 19 entsprechen.

Zur Auswahl des Produktes ist der Ringspalt um den Anker herum den in den technischen Unterlagen angegebenen Schichtdicken gleichzusetzen. 

Produkt  Produktart  Körnung  Ringspalt  händische
Verarbeitung
maschinelle
Verarbeitung
v v mm mm m m
V1/10 Standardverguss  0,1-1,0 5-30 4,00 > 30
V1/50 Standardverguss  0,1-5,0 20-100 4,00 > 20
V1/160 Standardverguss  0,1-16,0 > 100 2,00 > 10
V2/10 Schnellverguss 0,1-1,0 10-20 1,00 > 10
V2/40 Schnellverguss 0,1-4,0 20-60 1,00 > 10
V2/80 Schnellverguss 0,1-8,0 50-100 1,00 > 5
V2/160 Schnellverguss 0,1-16,0  >100 1,00 > 5

Für die Dimensionierung der Verankerung(en) können dem Kunden auf Anfrage Ankerzug - Eignungsprüfzeugnisse zur Verfügung gestellt werden, aus denen die für die Berechnung erforderlichen Verbundspannungs - Vergleichswerte entnommen werden können.

top
Produktauswahl entsprechend der Festigkeitsentwicklung

Je nach Anforderung des Bauvorhabens kann eine Inanspruchnahme des Vergusses nach geringer bzw. sehr geringer Aushärtezeit erforderlich sein.

Für eine 24 Stunden Aushärtezeit reichen die Druckfestigkeiten der Produkte der V1/.. PAGEL - VERGUSS Serie in der Regel aus (in Abhängigkeit zur Baustellenanforderung).

Bei der Anforderung einer Belastung nach wenigen Stunden sollten die Produkte der V2/ . .PAGEL SCHNELLVERGUSS - Serie eingesetzt werden, die zudem auf niedrige Anwendungstemperaturen relativ unempfindlich reagieren.

top
Festigkeitsentwicklung bei den PAGEL Standardprodukten

 
Produkt  Produktart  Körnung  Druckfestigkeitsentwicklung bei 20°C
nach Tagen in N/mm² 
v v mm 1 7 28
V1/10 Standardverguss  0,1-1,0 37 72 96
V1/50 Standardverguss  0,1-5,0 44 77 98
V1/160 Standardverguss  0,1-16,0 46 75 83

top
Festigkeitsentwicklung bei den PAGEL Schnellvergussmörteln

 
Produkt  Produktart  Körnung  Druckfestigkeitsentwicklung bei 20°C
nach Stunden bzw. Tagen in N/mm² 
v v mm 2h 4h 8h 1d 7d 28d
V2/10 Schnellverguss 0,1-1,0 14 20 32 40 62 78
V2/40 Schnellverguss 0,1-4,0 14 22 32 39 62 78
V2/80 Schnellverguss 0,1-8,0 12 18 28 40 56 75
V2/160 Schnellverguss 0,1-16,0 12 21 31 38 56 84

top
Festigkeitsentwicklung bei niedrigen Anwendungstemperaturen

Bei niedrigen Anwendungstemperaturen wird bei zementgebunden Baustoffen die Hydratationsgeschwindigkeit deutlich verlangsamt.

Am Beispiel des V1/50 PAGEL VERGUSS sind die verschiedenen Hydrarationsgeschwindigkeiten für verschiedene Anwendungstemperaturen dargestellt.

Produkt  Produktart  Körnung  bei Druckfestigkeitsentwicklung
nach Tagen in N/mm² 
v v mm °C 1d 3d 7d 28d
v v v 5 2,2 48 68 87
V1/50 Standardverguss 0,1-5,0 10 18 66 74 87
v v v 25 58 75 84 104

Die Produkte der V2/.. PAGEL - SCHNELLVERGUSSMÖRTEL - SERIE sind gegen geringe Anwendungstemperaturen deutlich unempfindlicher und zeigen eine sehr positive Festigkeitsentwicklung (Ausgangsstoffe nicht vortemperiert).

Produkt  Produktart  Körnung  bei Druckfestigkeitsentwicklung
nach Stunden und Tagen in N/mm² 
v v mm °C 2h 4h 6h 8h 1d 7d 28d
V2/10 Schnellverguss 0,1-1,0 5 18,8 25,0 28,1 34,2 43,8 50,0 62,5
V2/40 Schnellverguss 0,1-4,0 5 12,0 15,0 21,5 23,4 36,0 58,0 74,0
V2/80 Schnellverguss 0,1-8,0 5 10,0 13,3 15,6 17,5 28,1 43,0 53,1
V2/160 Schnellverguss 0,1-16,0 5 3,1 11,8 12,5 13,8 28,1 44,5 65,2
top
 
Grundlagen der Festigkeitsentwicklung bei niedrigen Anwendungstemperaturen

Nach DIN 1045 dürfen zementgebundene Baustoffe nicht bei Witterungs- bzw. Bauteiltemperaturen unter + 5 °C eingesetzt werden, da die Hydratation bei geringeren Anwendungstemperaturen verzögert wird und beim Absinken der Temperaturen in den Frostbereich Frostschäden zu befürchten sind. Frostschäden können allerdings nur entstehen, wenn die Druckfestigkeiten unter 5 N/mm² liegen.

Also ist bei der Verarbeitung von zementgebundenen Baustoffe dafür zu sorgen, dass die Bauteil- bzw. Materialtemperatur so lange bei +5°C gehalten wird, bis eine Druckfestigkeit von 5 N/mm² erreicht ist.

Beim V1/50 PAGEL - VERGUSS muss ein Zeitraum von mindestens 36 Stunden bei mindestens +5°C eingeplant werden, damit die "Frostsicherheits- Druckfestigkeit" von 5 N/mm² erreicht ist.

Ist diese Druckfestigkeit vorhanden, erfolgt der weitere Anstieg der Druckfestigkeit relativ schnell.

V2 PAGEL SCHNELLVERGUSS

Auch bei Schnellvergussmörteln besteht die Gefahr von Frostschäden, wenn bei Druckfestigkeiten unter 5 N/mm² Frost einwirkt.

Die V2 PAGEL - SCHNELLVERGUSSMÖRTEL besitzen allerdings den großen Vorteil, dass selbst bei geringen Anwendungstemperaturen die Druckfestigkeitsentwicklung nur unwesentlich verzögert wird.

Somit können beim Einsatz der V2 PAGEL -SCHNELLVERGUSSMÖRTEL umständliche Wärmebehandlungsmaßnahmen entfallen, wenn zum Zeitpunkt der Verarbeitung + 5°C (Witterungs- und Bauteiltemperaturen) vorhanden sind.

top
 
Herstellung der Mischungen

Die Benetzung der Zementpartikel mit Wasser bei geringen Produkttemperaturen geschieht wesentlich langsamer, als z. B. bei 20°C. Dazu kommt, dass die zur Verflüssigung eingesetzte Chemie (Hochleistungsverflüssiger) bei geringen Temperaturen auch langsamer aufgeschlossen wird.

Ausweg:

  •  länger mischen, unbedingt Zwangsmischer einsetzen und bei 2/3 - ¾ Vorlagewasser zäh vormischen und die Restwassermenge langsam nachlegen
  • ein besseres Aufmischen (Verflüssiger zur Wirkung bringen) erfolgt dann, wenn das Mischwasser nicht zu kalt ist (mindestens 15 °C)
  • die gesamte Wasserzugabe liegt im vorgegebenen Toleranzbereich. Eine Reduzierung der Maximalwassermenge bei geringen Temperaturen ist nicht erforderlich
top
 
Grundsätzliche Betrachtungen

Bei den schrumpfungsfreien PAGEL - Vergussmaterialien wird das Fließverhalten nicht über Wasser, sondern über die trocken vorgemischten Hochleistungsverflüssiger bewirkt.

Die Ausgangsmischung wird dazu üblicherweise mit ca. 2/3 der gesamten Wassermenge in einen Zwangsmischer eingegeben und ca. 3 Minuten vorgemischt. In dieser trockenen Form werden die chemischen Fließmittel sehr gut aufgeschlossen. 

Danach wird die erforderliche Restwassermenge nachgelegt und bis zur erforderlichen Mörtelkonsistenz nachgemischt. Allgemein reicht zum Nachmischen eine weitere Mischzeit von 2 Minuten aus.

top
 
Freifallmischer

Freifallmischer können lediglich "schroffe" Mörtel bzw. Massenbaustoffe mit geringen Zementanteilen ausreichend aufmischen und sind für das Anmischen von Vergussmörteln nicht geeignet!

Insbesondere bei feinen Mörteln mit geringer Körnung backt das Mörtelpulver an den Mischerwandungen an. 

Von einem ausreichenden Mischeffekt kann bei der Verwendung von Freifallmischern zur Anmischung von Vergussmörteln nicht die Rede sein.

top
 
Zwangsmischer

Bei Zwangsmischern drehen sich Mischerarme in einem feststehenden Rührbehälter. Diese Mischer zwingen (Zwangsmischer) das Mischgut über massive Scherkraft zur Durchmischung und erzeugen eine gute und gleichmäßige Mischqualität. 

Diese Mischertypen werden häufig mit Mörtelpumpen kombiniert.
 

top
 
Handmischgeräte

Bei Handmischgeräten muss auch auf den Zwangsmischeffekt des Mischens geachtet werden. Bohrmaschinen mit eingesetztem Mischquirl sind zum Anmischen von Vergussmörteln völlig ungeeignet, weil ein Aufscheren des Mischgutes nicht möglich ist.

Das Aufscheren des Mischgutes ist nur möglich, wenn ein Doppelquirlmischer mit geringer Umdrehungsgeschwindigkeit verwendet wird.
 

top

BEBA - Doppelquirlmischer
Das Anmischen der Vergussmörtel ist, wie bei einem Zwangsmischer, bei Verwendung eines Doppelquirlmischers, entsprechend durchzuführen.

Nach Vorlage von ca. 2/3 der gesamten Wassermenge in ein Mischgefäß wird der Trockenmörtel zugegeben und ca. 3 Minuten vorgemischt. Danach wird die Restwassermenge zugegeben und bis zur erforderlichen Mörtelkonsistenz nachgemischt. Für das Nachmischen sind weitere 2 Minuten Mischzeit erforderlich.

Die Gesamt - Mischzeit beträgt mindestens 10 Minuten.

Sollte der angemischte Verguss vor der Verarbeitung längere Zeit im Mischgefäß stehen bleiben, sollte vor der Verarbeitung noch einmal kurz durchgemischt werden.

 
Fördern

Zum Fördern der angemischten Vergussmörtel eignen sich Schnecken und Kolbenpumpen.

Schneckenpumpen sollten bevorzugt eingesetzt werden, da hiermit ein sehr gleichmäßiger Mörtelstrom durch das Fördern gewährleistet werden kann.

Durch die dichte und homogene Mörtelkonsistenz sind bei sehr geringen Förderdrücken Förderweiten über 100 m möglich. Der Förderschlauchdurchmesser ist dazu lediglich vom verwendeten Größtkorn des Produktes sowie von der benötigen Fördermenge abhängig.

top
Fördertechnik

 

top

PFT N2 Vario Schneckenpumpe

Diese Scheckenpumpe ist für eine Förderung von Mörteln bis zu einem Größtkorn von 4 mm bzw. 5 mm einsetzbar. Die Fördergeschwindigkeit kann über das Variogetriebe von 0 - 14 l /Minute eingestellt werden.

Der Mörtel selbst muss mit einem separaten Mischer angemischt werden.

 

S5 Putzmeister - Schneckenpumpe mit aufgesetztem Zwangsmischer

Mit dieser Maschinenausrüstung kann gleichzeitig gemischt und gefördert werden. 

Bei entsprechender Fördergeschwindigkeit kann immer ausreichend gemischtes Produkt zur Förderung bereitgestellt werden, sodass die Förderung nicht unterbrochen werden muss.

 
Misch- und Fördertechnik

Bei der Misch- und Fördertechnik wird das Mörtelpulver in einen Vorratsbehälter eingefüllt.

Von hier aus wird es in eine Mischeinheit gefördert und über die Umdrehungsgeschwindigkeit der Förderwelle in einem bestimmten Volumen der Mischeineinheit zugeführt.

Unter dieser Voraussetzung ist es möglich, das Mischwasser unter konstant gleichmäßigem Druck einzuspritzen, wobei die Wasserzugabemenge als Skalenwert in der Dosierung l / h vorgenommen wird.

Die Vergussmörtelkonsistenz wird über das vorgegebene Ausbreit- bzw. Fliessmaß am Schneckenausgang überprüft, bevor der Förderschlauch angesetzt wird. Vor dem Anschluss des Förderschlauches ist, zur Reduzierung der Mantelreibung im Schlauch, dieser mit Wasser durchzuspülen (gilt für alle Förderpumpen und -systeme). Zusätzlich wird vor dem Schlauchanschluss Zementschlämme in einer Menge von ca. 5 l in den Schlauch eingefüllt, um für das "Anfahren" die Mantelreibung deutlich zu reduzieren.

Sollte weder vorgenässt, noch "vorgeschlämmt" werden, können Materialstopper im trockenen Schlauch auftreten.
 

top

Mai Misch- und Förderpumpe 

Bei der Mai Misch- und Förderpumpe befindet sich die Misch- und Fördereinheit unter dem Vorratsbehälter, sodass eine sehr gleichmäßige Pulverdosierung in die Mischeinheit gewährleistet wird.

 
PABEC II Vario Misch- und Förderpumpe

Bei der PABEC II Vario Misch- und Förderpumpe steht das Mischrohr senkrecht und das Trockenpulver wird durch eine Stahlwendel in das Mischrohr gefördert. Die Umdrehungs- und Fördergeschwindigkeiten können in Abhängigkeit zur Wasserzugabemenge (automatisch) nachgeführt werden

 
Vergießen

Die PAGEL - VERGUSSMATERIALIEN sind in der Konsistenz so eingestellt, dass ein "honigartiges" Fließverhalten vorhanden ist.

Das Produkt fließt langsam, dafür aber viel gleichmäßiger und homogener, als dies bei den meisten anderen Vergussprodukten der Fall ist. Das hat den Vorteil, dass ein gleichmäßiges Fließen über sehr lange Strecken erzeugt wird, ohne dass Entmischungserscheinungen auftreten.

Gleichgültig, ob manuelle oder maschinelle Verarbeitung durchgeführt wird, es muss so viel Ausgangsmischung für das Vergussobjekt zur Verfügung gestellt werden, dass die Vergussarbeit nicht unterbrochen werden muss.

Die Ausgangsmischung wird dazu üblicherweise mit ca. 2/3 der gesamt Wassermenge in einen Zwangsmischer eingegeben und ca. 3 Minuten vorgemischt. In dieser trockenen Form werden die chemischen Fließmittel sehr gut aufgeschlossen. Danach wird die erforderliche Restwassermenge nachgelegt und bis zur erforderlichen Mörtelkonsistenz nachgemischt. Allgemein reicht zum Nachmischen eine weitere Mischzeit von 2 Minuten aus.

top
 
Kontinuierliches Vergießen

Für den Verguss von kleinen Einzelauflagern oder einzelnen Maschinenauflagern wird die erforderliche Vergussmenge separat hergestellt und dann ohne Unterbrechungen (aus Mischpausen bedingt) eingegossen.

Der Verguss wird bestmöglich von der Ecke der nichtsaugenden Schalung - ohne Umsetzen - eingegossen, bis er an der Gegenüberliegenden Seite ohne Lufteinschlüsse austritt. 

Ein Unterstochern ist zu vermeiden, da hierdurch ausschließlich Luft unter die Auflagerplatte eingebracht wird, die nicht mehr ausgetrieben werden kann.

top
 
Verguss großflächiger Maschinenauflager

Bei großflächigen oder großvolumigen Vergussmaßnahmen kann mit separater und händischer Anmischung des Vergussmörtels ein kontinuierliches Anmischen nicht mehr sichergestellt werden. 

Der Einsatz von Misch- und Förderpumpen ist an dieser Stelle sehr sinnvoll.

Wenn an der Eingussseite ein Einfülltrichter angesetzt wurde, kann der Verguss mit einer Misch- und Förderpumpe eingebracht werden.

Misch- und Förderpumpen fördern allerdings nicht nur Mörtelgemisch, sondern auch eingemischte Luft.

Beim Verfüllen von Vergussmörteln über Schlauchanschlüsse an der Schalung sollte ausschließlich mit Monopumpen verfüllt werden, um Lufteinschlüsse unter der Auflagerplatte zu vermeiden.

Eine Kombination von Misch- und Förderpumpen mit Monopumpen ist durchaus sinnvoll.

top
 
Nachbehandlung

Die Nachbehandlung eines zementgebundenen Baustoffes beinhaltet folgenden technischen Hintergrund:

  • Risse und Ablösungen von der (Beton-)Unterlage verhindern
  • Die Zugfestigkeit des zementgebundenen Produktes muss höher sein als die aus dem Schwinden resultierenden Schwindspannungen, wenn die Nachbehandlung abgebrochen wird.
  • Logischerweise muss dann länger nachbehandelt werden, wenn durch geringe Temperaturen bedingt, die Entwicklung der Druckfestigkeiten stark reduziert wird.
  • Praktisch kann dieser Zeitfaktor definiert werden:
    Der Baustoff muss mindestens 60 % seiner Enddruckfestigkeit erreicht haben, damit die Zugfestigkeit höher als die Schwindspannung ist.
  • Somit muss auch bei geringen Anwendungstemperaturen das Verdampfen des Wassers aus dem Mörtel verhindert werden.
  • Bei geringen Anwendungstemperaturen hat sich das Abdecken mit "Thermofolien" gut bewährt.
  • Um alle technischen Vorgabewerte zu erreichen, müssen Vergussmaterialien über einen Zeitraum von 5 Tagen konsequent nachbehandelt werden.
top